Fakten zur bayerischen Landtagswahl

Der Bayerische Landtag wählt – eine Analyse

In Bayern wird heute ein neuer Landtag gewählt. Doch was zeichnet sich schon vorher ab? Wie verhalten sich die Bayern bei der Landtagswahl? Eine Möglichkeit zur Porträtierung aller Parteien vor der kurz Landtagswahl.

Über Monate, wenn nicht über die letzten fünf Jahre, kämpften die bayerischen Landesverbände aller Parteien um Sitze im Maximilianeum. Schlecht sieht es aus für die CSU. Sie wird nämlich mit prognostizierten 33-35 Prozent ihr schlechtestes Landtagswahlergebnis überhaupt einfahren.

Den Grünen hingegen steht das Gegenteil bevor: Mit fast 20 Prozent bei „Forschungsgruppe Wahlen“ hätte die Partei einen Volksparteien-Status. Die Spitzenkandidatin Katharina Schulze wurde bei manchen Wahlveranstaltungen sogar wie ein Popstar begrüßt. Sie kann hingegen keine Ministerpräsidentin werden, weil sie das nötige Mindestalter von 40 Jahren nicht erreicht hat.

Neidisch gucken tut die SPD: Die Sozialdemokraten haben ohne packende Persönlichkeiten oder Programm keine guten Aussichten. Mit geschätzten 10-12 Prozent ist die Partei schon längst keine Volkspartei mehr. Interessant wird es bei einer Regenbogenkoalition, also einer Vier- oder mehr Parteien-Koalition: Grüne, SPD, Freie Wähler und FDP könnten knapp mehrheitsfähig werden.

Der Haken: Die FDP möchte von ihrem Ruf als Mehrheitsbeschaffer weichen und mehr eigenes Programm durchsetzen. „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“, sagte der Bundesvorsitzende Christian Lindner nach dem Abbruch der Jamaika-Sondierungen vor etwa einem Jahr. Trotz folgender Einbußen in Wahlumfragen, hat die FDP eine realistische, wenn auch knappe, Chance auf einen Wiedereinzug in den Landtag: 5,5% werden erwartet. Spitzenkandidat Martin Hagen im Lesefunk-Interview

Mehr zittern vor der 5%-Hürde muss die Linkspartei, die laut Umfragen bei 4% stagniert. Wenig präsent war die Partei, die wie die SPD mit ihren Spitzenkandidaten nicht punkten kann.

Die Freien Wähler sind mit starken 10% der einzige Landesverband, der in einem deutschen Landesparlament sitzt. Die einzige Alternative zur Alternative für Deutschland, die auf einen gleichen Wert kommt, für ehemalige CSU-Wähler kann mit konservativem Programm punkten. Die Sonstigen kommen auf etwa 5%.

Dass die klassischen Volksparteien CSU und SPD auf einen schwachen Wert kommen, liegt wahrscheinlich am Machtkampf im Bund: Die SPD verliert mit gebrochenen Wahlversprechen und veraltetem Programm und die CSU verliert in Konkurrenz mit der AfD und offensichtlich auch im parteiinternen Streit.

Die ersten Hochrechnungen kommen um 18:15 Uhr im ARD und im ZDF.

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