Die neue koreanische Welle

Wenn wir das Wort „Korea“ hören, denken wir meistens an Nordkorea und somit an Atomwaffen und Krieg. Dabei ist Südkorea eines der modernsten Länder dieser Erde. Südkorea erobert zur Zeit die Vereinigten Staaten und mittlerweile auch Teile Europas. Ganz ohne Waffen – sondern mit Entertainment.

„Oppan gang-namseutayil“

Gangnam Style (강남스타일): Der unvergessliche Welthit des Jahres 2012, zählt auf YouTube heute über 3,2 Milliarden Aufrufe und war bis vor Kurzem das erfolgreichste Video aller Zeiten. Mittlerweile wurde es zwar vom Fast & Furious Soundtrack „See You Again“ und vom Sommerhit „Despacito“ überholt, wobei hier jedoch zu beachten gilt, dass YouTube 2012, zu Zeiten von GEMA etc., von deutlich weniger Menschen benutzt wurde, als das heute der Fall ist. Aber Hand aufs Herz: Hätten Sie gewusst, dass Psy, der Interpret von Gangnam Style, Koreaner ist?

Spätestens nach seinem Hit „Gentleman“ schien Psy, sowie K-Pop generell, wieder vergessen. Fakt ist jedoch, dass K-Pop ganz und gar nicht ausgestorben ist. Im Gegenteil. Koreanische Popmusik wird immer beliebter. Endlich auch wieder im Westen.

Der Westen hört wieder K-Pop

Die mit Abstand bekannteste K-Pop Gruppe überhaupt, BTS (kurz für: Bangtanboys), erreichte mit dem zweiten Teil ihrer aktuellen Album-Trilogie (Love Yourself: Tear) Platz 1 in den US-amerikanischen Album-Charts und landete auch in Deutschland in den Top 20. Noch immer brechen sie einen Rekord nach dem anderen. Die Konzerte am 16. und 17. Oktober in Berlin waren beide in weniger als 10 Minuten ausverkauft. Es wird erwartet, dass Fans bereits Tage vorher ihre Zelte aufschlagen werden, um sich die besten Plätze zu sichern. Dagegen will die Mercedes-Benz-Arena aber mit einem eigenen Sicherheitsdienst vorgehen, wie kürzlich über Facebook bekannt gegeben wurde.

Vor allem in den Sozialen Netzwerken ist K-Pop nicht mehr aufzuhalten. Über BTS wird aktuell mehr getwittert als über Justin Bieber und Donald Trump zusammen. Auch Stars aus dem Westen haben begriffen, dass an K-Pop kein Weg mehr vorbei führt: Bekannte Künstler wie z.B. Steve Aoki, Ummet Ozcan und Nicki Minaj haben bereits mit Koreanern zusammen Musik gemacht. Auch das Trio Major Lazer kooperierte bereits mit BTS. (Soompi berichtete)

Eine kleine Auswahl an Previews von koreanischen Musikvideos finden Sie hier:

(K-)Drama Baby!

„K-Dramas“ nennt man koreanische Drama-Serien. Was die Koreaner schon vor vielen Jahren gefesselt hat, zieht jetzt auch den Rest der Welt in seinen Bann. Verdient. Denn koreanische Dramen sind zum Großteil sehr aufwendig produziert. Zu verdanken ist der internationale Erfolg vor allem einem Unternehmen: Viki.

Viki ist in erster Linie eine kostenlose Streaming-Plattform, die sich auf asiatische Serien spezialisiert hat. Jedoch ist Viki keine Streaming-Plattform wie jede andere. Das Besondere an Viki ist, dass die Fans ihre Serien selbst übersetzen, indem sie Untertitel schreiben. Für jedes ausgefüllte Segment gibt es einen Punkt. Bei 1.000, 3.000 und 20.000 Punkten steigt man jeweils eine Stufe nach oben und genießt somit exklusive Vorteile. Ob man an der Übersetzungsarbeit teilhaben möchte, bleibt aber jedem selbst überlassen.

Revolution oder nur eine Phase?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht leicht zu finden. Für Viele ist K-Pop zu bunt und zu schrill. Eingeschworene K-Pop Fans hingegen, bleiben ihrem Genre jedoch, in den aller meisten Fällen, ein Leben lang treu. Festzuhalten ist jedenfalls, dass sich berühmte amerikanische Künstler, bis vor Kurzem, eher weniger für K-Pop interessiert haben.

Ein größeres Potential könnten allerdings die K-Dramas haben. Diese sprechen die Breite der Gesellschaft eher an, als K-Pop. Viele sind nur leider davon abgeschreckt, dass K-Dramas grundsätzlich nicht synchronisiert werden. Aber es besteht Hoffnung: Filme, wie z.B. „Train To Busan“, die in Korea extrem erfolgreich waren, werden bereits zu deutsch synchronisiert.

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